Offizieller Veronika Fischer Fanclub

Remember - Wir erinnern uns

Liebe Fans,
in dieser Rubrik benötigen wir Eure Hilfe. D. h., wir möchten hier gern einmal monatlich an ein oder mehrere frühere Ereignisse des jeweiligen Monats erinnern. Da wir beide, Uschi & ich, zwar seit vielen Jahren Fans von Vroni sind, aber natürlich bei weitem nicht alle Konzerte selbst besuchen konnten und können, wäre es schön, wenn Ihr Euch an dieser Rubrik beteiligen würdet. Wer also irgendwann ein besonders schönes Konzert erlebt oder auch ein für ihn persönlich in Erinnerung gebliebenes Erlebnis mit Vroni hatte, einen besonderen Zeitungsausschnitt zu einem Konzert oder anderen Ereignis besitzt usw., usw., könnte uns dieses bitte per E-Mail mitteilen oder zusenden, damit wir es in dieser Rubrik veröffentlichen können. Wir freuen uns auf Eure Zuschriften!

Da fange ich doch gleich mal an, mich zu erinnern! Mein allererstes Konzert, das ich von Vroni erleben durfte, wird für mich immer unvergesslich bleiben. Es fand am 20. November 1978 im großen Saal der Stadthalle Karl-Marx-Stadt statt, und ich war 14 Jahre alt, hatte von meinem Taschengeld 5 weiße Chrysanthemen für Vroni Gekauft und konnte den Abend kaum erwarten. Ich hatte einen ganz schlechten Platz ganz oben auf dem Rang. Aber ich war trotzdem überglücklich. Damals war gerade die 3. LP (Aufstehn) erschienen, und die stellte Vroni im Konzert vor und sang viele Titel von der 1. und 2. LP und zwei internationale Titel und nicht zu vergessen "Ich bin die fesche Lola". Das fand ich von ihr so lustig. Die Band um Thomas Natschinski spielte toll, Vroni sang wunderschön, und ich hätte die Welt umarmen mögen. Vielleicht hat noch jemand von Euch dieses Konzert erlebt? Der untenstehende Artikel stand am nächsten Tag in der Freien Presse von Karl-Marx-Stadt, und ich habe ihn wieder mal herausgekramt, um an dieses schöne Konzert zu erinnern.


Liebe Veronika Fischer,
da ich Dich seit über 30 Jahren kenne und auch Mitglied Deines Fanclubs bin, gestatte ich mir Dich zu Duzen. Mit großer Freude las ich in den Newslettern von der neuen CD. Ich bin riesig gespannt auf neue Lieder von Dir. Ich und auch mein Mann, welcher ebenfalls ein großer Fan von Dir ist, nutzen jede uns bietende Möglichkeit Dich live möglichst mit Band, gerne auch mit Gisela Steineckert zu erleben. Mein erstes Livekonzert mit Band von Dir erlebte ich 1979 im Steintor in Halle. Im Nachhinein weiß ich, dass wir beide zu dieser Zeit schwanger waren, ich denke aber zu dem Zeitpunkt haben wir es Beide noch nicht gewusst. Mein Sohn ist 4 Wochen vor Deinem Sohn geboren. Nun sind unsere Kinder groß, aber es ist schön, dass es Dich und Deine Lieder noch immer gibt. So hast Du mit Deiner Musik unser Leben bisher begleitet und auch unglaublich bereichert. Mit jeder CD-Veröffentlichung von Dir hoffe ich, dass mein heimliches Lieblingslied von Dir die "Nächstenliebe" auch mal mit erscheint. Ich habe dieses Lied nur einmal im Radio, ich meine es war bei DT64 als Demo-Version gehört, wo Du es als neues Lied vorgestellt hast. Seit diesem Moment liebe ich dieses Lied. Ich weiß von Andrea Pötzel, dass Du es schon in Konzerten gesungen hast, leider hatte ich bisher noch nicht das Glück dies zu erleben und so hoffe ich weiter, auf jedes Konzert und jede CD. Wir freuen uns auch sehr auf ein Fanclubtreffen mit Dir, ein paar Versuche gab es ja schon. Sicher ist es schwer alles und alle unter einen Hut zu bringen, für Dich und für uns, aber wir glauben fest daran, dass es ein Treffen geben wird, wir werden unter allen Umständen dabei sein!!!! In diesem Sinn verbleiben wir bis zum nächsten Wiedersehen oder -hören Mit lieben Grüssen an Dich, einen schönen erholsamen Sommer wünschen Dir, liebe Veronika, herzlichst Elke und Frank With

Liebe Vroni, liebe Andrea und alle Fanclub-Leute, liebe Fans,

ich habe die Vroni mit ihrer „Superband“ in Chemnitz in der Markuskirche gesehen und gehört. Es war wunderschön. Die Vroni sowieso und die Lieder von der Weihnachts-CD 2007 auch. Andreas Bicking hat bei der Bearbeitung dieser traditionellen Lieder ganz tolle harmonische Wendungen und Basslinien gefunden. Rhythmisch wird es auch nie langweilig. Diese Weihnachts-CD ist was für die Ewigkeit. In den beiden TV-Auftritten am 24.12.08 im NDR und MDR ist sie auch sehr gut ‘rübergekommen. Frank Schöbel ist in Sachen Programmgestaltung zum Thema Weihnachten und Familie schon immer sehr erfolgreich gewesen und schlägt dabei Brücken zwischen Kindern und Erwachsenen. Die Vroni hat mit Sicherheit die Kinder und Ihre Fans mit Ihren Liedern dabei sehr erfreut. Interessant auch die Talk-Runde am 15.1.09 im RBB im Palais. Ich glaube, ich bin ihr irgenwie etwas näher gekommen. Hatte den Eindruck, dass sie im Abspann der Sendung lieber „Sommersatter Süden“ gehört hätte. Eins macht schön neugierig: Was sind wohl die derzeitigen Veränderungen, die sie jetzt gerade wieder beschäftigen und über die sie nicht sprechen wollte. Ich habe so meinen Verdacht, möchte aber auch nicht darüber schreiben und behalte alles für mich.

Viele Grüße, Tom aus Zwickau

 

Lieber Franz, du hast uns früh verlassen! Wie viele schöne Kompositonen hättest du uns noch geben können? Mein ganzes musikalisches Leben ist mit dir verknüpft! Es begann in den 70ern. Ich sprach dich an bei "Lift", deiner damaligen Band in der DDR (bis 1973). "Wind trägt alle Worte fort" war dein erster Hit. Ich war beeindruckt und versuchte dich für mich zu gewinnen, für eine eigene Band. Du hattest Lust, weil ich gerade den "Blues" mit Panta Rhei erfolgreich in den Medien hatte. So verbandelten wir uns. 1974 legten wir los. Ein halbes Jahr probten und erarbeiteten wir Eigenes, Neues. Es entstanden die ersten großen Hits, die mich bis heute zeitlos begleiten: "Guten Tag" aus dem Film "Hostess", "Blues von der letzten Gelegenheit", "Klavier im Fluß", "Auf der Wiese", "Sommernachtsball" und "...daß ich eine Schneeflocke wär". 1975 war unser Jahr! Ungeheuer viele Konzerte folgten. Ich konnte es kaum fassen, du warst voller Ideen. Die Band und ich taten unseres dazu, wir tanzten auf dem Hochseil! Nach zweijähriger Pause, in der wir uns nicht grün waren - du hattest inzwischen deine Band "4 PS" und ich meine - taten wir uns 1978 erneut zusammen. Wir waren so gut wie nie, waren reif für die Welt. Aber da war die Mauer! Nachdem wir unsere Musik in alle sozialistischen Länder getragen hatten, drehten wir uns im Kreis. Der Westen war weit und kannte uns nicht. Du bliebst nach einem Konzert in West-Berlin. Ich war schwer getroffen, aber das Leben ging weiter. Ein halbes Jahr später folgte ich dir, von da an machte jeder Seines. Wir mussten uns neu orientieren in einer neuen Welt mit neuen Regeln. Du schriebst Filmmusiken und komponiertest für viele Kollegen. Trotzdem verloren wir uns nicht aus den Augen. Es entstanden für mich neue Hits wie: "Ich will den Sommer", später "Lied vom Schnee", "Ein Winter ist mir widerfahr'n" und das letzte: "Luftballonlied". Lieder, die ich sehr liebe. Lieber Franz, es war immer etwas Besonderes, mit dir über Gott und die Welt zu reden, ein Gläschen Wein zu trinken, um letztendlich bei der Musik zu landen und am Ende vielleicht doch ein Lied oder ein Projekt noch einmal gemeinsam anzugehn. Du hast bedauert, dass es in Deutschland für nationale Musiker so schwer war und ist. Darüber sprachst du oft. So war es offenbar auch manchmal für dich. Aber wer deine Musik entdeckte oder endeckt, der liebt sie. So bleiben uns deine zeitlosen und genialen Lieder, dafür liebe ich dich! Ich werde sie noch ein Stück weiter tragen, danke Franz! Deine Veronika "Vroni" Liebe Vroni, ich hoffe, du verzeihst mir, daß ich ungefragt Deinem Brief noch ein paar Worte anfüge. Aber deine Worte drücken genau das aus, was mich und viele Fans mit mir bewegt, Traurigkeit und Dankbarkeit. Andrea Pötzl Lieber Franz Bartzsch, obwohl die wenigsten von uns Dich persönlich kannten, möchte ich beim "Du" bleiben. Ich spreche sicher im Namen vieler, wenn ich stellvertretend meinen tiefen Dank sage für so viele schöne Lieder, die du uns geschenkt hast. In diesen Liedern lebst Du für uns weiter, wenn wir sie hören in stillen Stunden zu Hause oder in Live-Konzerten, gesungen von Deinen Kollegen, für die du sie geschrieben hast. So wirst du immer in unserer Nähe bleiben und unvergessen sein. In stiller Dankbarkeit Die Mitglieder des Vroni-Fischer-Fanclubs "Goldene Brücken

Z e i t r e i s e Diesen Titel soll die neue Veronika Fischer CD tragen, deren Erscheinen für den Spätherbst dieses Jahres angekündigt ist. Der Titel lässt vermuten, dass Vroni mit ihrem neuesten Album gemeinsam mit ihren Fans zurückschauen möchte auf vier erfolgreiche Bühnenjahrzehnte. Tatsächlich sind vierzig Jahre vergangen, seit sie im Oktober 1971 bei Stern Meißen ihre beeindruckende Sängerinnenkarriere begann. Wie sie, war ich damals Student in Dresden und gleichsam begeisterter Stern-Fan, und so ist sie mir in dieser Zeit zu ersten Mal begegnet. Ihre Stimme blieb mir im Ohr, ohne jedoch auch nur zu ahnen, dass dieses schmale Mädchen schon nach wenigen Jahren die beliebteste und mit zahlreichen Preisen geehrte Interpretin der aufstrebenden DDR-Rock- und Popszene werden würde. Esther Goldberg überschreibt ihren Beitrag in der Thüringer Allgemeinen zum 60. Geburtstag Veronika Fischers mit der ein wenig wehmütig anmutenden Titelzeile: „Dass sie keine Schneeflocke wär’“. So ein bisschen kann man das verstehen wie der versteckte Wunsch, vielleicht auch in Richtung Radio und TV geschrieben, doch dieser überragenden Künstlerin den ihr angemessenen Platz im täglichen Musikprogramm zukommen zu lassen, ihr einfach eine größere Präsens zu ermöglichen, als dies in den letzten Jahren zu beobachten war. Ich wünschte mir das auch. Dass sie keine Schneeflocke bleibt, dafür hat die in Thüringen geborene Sängerin selbst mehr als ausreichend und dabei in außerordentlicher Qualität gesorgt. Gerade erst ist wieder eine CD – mittlerweile die vierzigste Veröffentlichung – erschienen, auf der wir eine Sammlung von sechzehn sorgsam zusammengestellten, absolut hörenswerten Balladen wieder entdecken können. Darunter so wunderbare und dennoch selten im Radio gespielte Lieder wie „Lisa“, „Der Westendpark ist noch grün“ oder „Insel im Norden“. Seit 1972 – anfangs wie gesagt bei Stern Meißen und dann bei Panta Rhei – hat Veronika Fischer weit über zweihundert Lieder aufgenommen, die auf sage und schreibe 56 LP, MC oder CD veröffentlicht wurden. Etliche eingängige Popsongs darunter, zahlreiche Liebeslieder, Chansons und vor allem sehr viele Titel, die sich auf den ersten Blick nicht leicht einer bestimmten Musikkategorie zuordnen lassen. Wolfgang Martin schreibt im Booklet zum Live-Album 2001: „Sie kreierte das Fach Pop-Chanson und belebte es mit ihrer Musik“. Vroni weiß sehr genau, dass sie mehr kann als den üblichen Mainstream-Schlagerbrei, zudem sie einige nach ihrem Wechsel in den Westen überreden wollten. Vielleicht war und ist gerade ihr eigener Qualitätsanspruch für sie selbst eine zu hohe Hürde, sich dem vermeintlichen Massen(kommerz)geschmack unterzuordnen oder anzupassen. Wir sind ihr unendlichen Dank schuldig, dass sie sich immer treu geblieben ist und viele lieben sie gerade deshalb. Ihre Vielseitigkeit hat sie längst bewiesen. Zum Beispiel mit der Veröffentlichung eines Musicals, von Kinderliederplatten und einer Weihnachst-CD. Wer hat sie nicht noch im Ohr, die Traumzaberbaumlieder der Kinderzeit? Sehr zu unrecht und dennoch nicht selten wird sie identifiziert als die Sängerin von „ „Auf der Wiese…“, der „Schneeflocke“ oder dem „Klavier im Fluss“. Mag das daran liegen, dass diese Titel schon zu DDR-Zeiten im Rundfunk rauf und runter gespielt wurden – gerecht wird man ihr damit nicht. Aus der Zusammenarbeit mit dem Duo Bartzsch/Demmler, der eine im Vorjahr zu früh gestorben und der andere auf dramatische Weise geendet, entstammt eine Fülle herausragender Musiktitel, die es wert wären, dass man sie öfter hören würde. „Guten Tag“, „Rauchiger Sommer“, „Sommer unter Freunden“, „Goldene Brücken“, „In uralter Zeit“, auch „Abendland“. Es sind nur Beispiele; und noch einige andere mehr könnte man in dieser Aufzählung nennen. Unbestritten war die Zeit mit „ihrem“ Komponisten, hin und wieder Duettpartner und manchmal auch Backgroundsänger Franz Bartzsch die produktivste und daher rührt in erster Linie ihre Popularität. Komposition - Bartzsch hat immerhin ein Viertel aller Vroni-Titel geschrieben - Text, Vronis Interpretation und das Spiel ihrer Band bildeten eine so vollkommene Einheit, die mit ihren späteren CDs in jener Einmaligkeit nicht wieder erreicht wurde. Beim Blick auf frühe Plattencover liest man so bekannte Musikernamen wie Hans-Jürgen „Jäcki“ Reznicek, der heute das Gesicht von Silly mitprägt, Hansi Bibl, Frank Hille und auch Thomas Natschinski. Auch diese Namen sind Teil des damaligen Erfolges. Bei Anhören ihrer ersten, 1981 in der BRD erschienenen CD, wieder mit Bartzsch als Komponist, spürt man geradezu ihre kreative Energie und ihren Willen zum Neustart, aber auch ihre Trauer über den Verlust der Heimat. „Ich bin ein neuer Mensch“ und „Es tut weh“ setzen dafür die Zeichen. Hörenswerte Titel sind auch „Tief unter der Haut“ oder „Staunen“, auch „So viel Kraft“, dessen Text auf ungewöhnliche Weise das Thema Alkoholismus aufgreift. Vroni zeigt Haltung und das ist im westlichen Show-Business nicht unbedingt karrierefördernd. Auch auf den in den 80ern folgenden vier CD-Veröffentlichungen finden sich Titel mit bemerkenswerten Texten. Manche dieser Lieder sind hin und wieder, einige aber kaum im Radio zu hören. „Wir beide gegen den Wind“, „Hallo Afrika“ (1983), „Sehnsucht nach Wärme“, „Du willst deinen Spaß“ (1984), „Ein Gefühl wie das Leben“ (1987), „Ich will den Sommer“, „Süden“ (1989) kennen viele. „Unendlich weit“, „Wo sind die schönen Spiele hin“, „Am Abend vor dem Sturm“ (1983), „Unter die Haut“, „Lisa“, „Du bist viel zu weich“ (1984), „Manchmal fällt man tief“, „So still kann Liebe sein“ (1989) haben es durchaus verdient, nicht in den Archiven zu verstauben. Allerdings treffen sowohl die 87er als auch die 89er CD nicht immer durchweg den Geschmack und die breite Begeisterung der Fischer-Fans. Das ändert sich erst nach der Wende mit der 1993 erschienen CD „Was ist dabei“. Dem Komponistentrio Bartzsch, Bicking, Petersen gemeinsam mit Gerulf Pannach und Manfred Maurenbrecher als Texter gelingt ein Album, auf dem nahezu jeder Titel das Potential zum Ohrwurm hat. Ihr Publikum aus der Zeit vor 1980 schließt Vroni dankbar und glücklich wieder in seine Arme. Wenn sie live auftritt, sind die Zuschauertribünen zwischen Suhl und Rostock in diesen Jahren brechend voll. Niemand ist wohl glücklicher über die wieder gefundene Heimat und ihr Publikum als Vroni selbst. Vroni duckt sich nicht weg, wenn’s brennt in der Welt. Mit „Niemals mehr“ nimmt sie auf die ihr eigene, gefühlvolle, nah an die Seele ihrer Zuhörer führende Weise gegen den Balkankrieg Stellung. Die Titelzeile fand übrigens schon einmal zur Erinnerung an die 1978 tödlich verunglückten Lift-Musiker Pacholski und Zacher für ein Fischer-Lied Verwendung. Mit „Schwarze Katze“ nimmt M. Maurenbrecher das Thema auf eine ganz besondere poetische Art nochmals auf und die Sängerin vermag es, es uns eindrucksvoll nahe zu bringen. Dem Erfolgskomponistentrio gelingen 1995 mit „Träumer“ und 1997 mit „Mehr in Sicht“ wieder Alben, deren Lieder durchweg überzeugen und sich einprägen. Zunehmend übernimmt jetzt Andreas Bicking das Kompositionsgeschehen und mit Werner Karma arbeitet ein Texter für Vroni, der schon Tamara Danz mit „Bataillon d’amour“ einen Riesenerfolg beschert hatte. Aus den 90er Jahren stammen so bekannte Titel wie „Was ist dabei“, „Sehnsucht“, „Verlohrnes Herz“, „Träumer wie wir“, „Sommer ohne Schnee“, „Sonneschein im Haar“. Weniger populär, jedoch wunderschöne Lieder mit gehaltvollen Texten sind „Ich hab geträumt“, „Regentropfen“ (1993), „Sag dem Wind“, „Weit übers Meer“, „Ich warte“ (1995), „Ich muss dich seh’n“, „Schwester“, „In deiner Hand“ (1997). Fast tut es einem leid, wenn man hier nur eine Auswahl nennen kann. Keine andere im Osten beheimatete Sängerin hat auf so unsentimentale Weise und ohne jeden Anflug von Ostalgie das Thema DDR in zweien ihrer Lieder aufgenommen. „Mauern geh’n“ und „Es war ein Land“ gehören unbedingt zusammen, gerade weil der eine Text von einem Westautor (Maurenbrecher) und der andere von einem Leipziger Dichter stammen. Mit „Viel zu nah“ gelingt Veronika Fischer in den 90ern eine absolut überzeugende deutsche Interpretation von „Killing Me Softly“, die an Roberta Flack’s Originalversion nicht nur heranreicht, sondern sie durch ihren gefühlvollen Gesang noch ein Stück weit übertrifft. Dieses Jahrzehnt beschert den Vroni-Fans noch ein paar hübsche Sammelstücke. Verschiedene Plattenfirmen veröffentlichen Sampler mit unterschiedlichsten Titelreihen, und sorgen so dafür, dass Vronis Lieder im Ohr bleiben. Das Musical „Das Kind und der Kater“ und die CD „Meine schönsten Kinderlieder“ runden diese, wohl produktivste und erfolgreichste Schaffensperiode der Fischer im wieder vereinten Deutschland ab. 2001 holt BuschFunk Lieder aus den Archiven des DDR-Rundfunks, die viele noch nicht gehört hatten. So auch „…und du siehst fort“, eine von Reinhardt Lakomy in den 70ern komponierte Ballade. Der Text passte scheinbar nicht so recht ins Partnerschaftsbild der DDR und vielleicht fand der Titel deshalb keinen Platz auf einer der vier großen Vinyl-Scheiben von AMIGA. In den folgenden 10 Jahren kommt ein wahrer Segen an Titelsammlungen in den Handel. Boxen mit 2, 4 und sogar 5 CDs werden angeboten. Die CD-Box „35 Jahre Veronika Fischer“ überrascht zur Freude vieler mit einer kompletten Silberscheibe an Raritäten. Darunter „Manchmal im Traum“ (K: Theo Schumann), „Tage gibt es“ (K: Reinhardt Fißler/Thomas Kurzhals) und „Alles fließt“ (K: Ulrich Swillms) aus ganz frühen Jahren sowie 4 Stücke aus dem Berlin-Lieder-Zyklus von Günter Fischer. Ihre Zusammenarbeit mit der ersten Garde der DDR-Rockmusikschreiber zeigt auch der Mitschnitt ihres großen Jubiläumskonzertes von 2002. Bartzsch, Bicking, Haßbecker, Kunert, Natschinski komponieren für Veronika Fischer auch wieder neue Lieder und mit Gisela Steineckert gesellt sich eine Texterin hinzu, die erneut den Nerv des sensiblen Publikums trifft. Die CDs „Tief im Sommer“ (2001), „Dünnes Eis“ (2004) und „Unterwegs zu mir“ (2008) enthalten wunderschöne Lieder, nicht unbedingt hitverdächtig, aber deshalb nicht weniger eingängig, gefühlvoll und hörenswert. „Frei“, „Wie Nachtvögel“, „Irgendeiner“, „Dünnes Eis“, „Ein Winter ist mir wiederfahr’n“, „Mondheller Asphalt“, „Sommerbild“, „Zärtlichkeit“. Die Aufzählung wäre fortsetzbar. Diese CDs brillieren nicht, wie im Schlagergeschäft oft üblich, mit ein, zwei tollen Titeln und immer wieder ähnlich klingendem Füllmaterial. Jedes Lied für sich überzeugt, auch wenn man das eine oder andere Mal genauer hinhören muss. Zur Nebenbeiberieselung taugen sie nicht. Aber das entspräche wohl auch nicht dem Selbstverständnis der Fischer. Als sie 1981 wegging, empfand ich es als großen Verlust, diese warme und einfühlsame, auch kraftvolle, manchmal leise und dann wieder eindringende Stimme nicht mehr hören zu können. Umso größer war das Glück, als sie am 11. November 1989 unerwartet in der Dresdner Semper-Oper auf die Bühne trat. Die Mauer war zwei Tage zuvor gefallen. Veronika Fischers Musik besticht nicht nur durch ihre unverwechselbare, Emotionen auslösende Stimme. Die Mehrzahl ihrer Lieder erzählen Geschichten. Geschichten über die Liebe, über das Leben, wie sich Paare finden und wieder verlieren, wie Menschen zusammenleben sollten. Nahezu hinter jedem Text empfindet man eine Haltung. Die der Fischer. Banales ist ihr fremd aber lustige Texte kann sie auch singen, leider tat sie es selten (z.B. „Sie saßen auf dem Standesamt“). Immer hat sie deutsch gesungen, obwohl sie es auf Englisch sehr wahrscheinlich in die internationalen Charts geschafft hätte. „Ich bin die Fischer und das ist die Band und wir woll’n dich kennen lernen…“. So sang sie selbstbewusst am Anfang ihrer ersten, eigenen LP 1975. Wenn sie in diesem Herbst auf ihr 40. Bühnenjubiläum zurückschaut, dann kann sie mit Stolz sagen, dass sie sich immer an diesen Satz gehalten hat. Ihr Live-Publikum war ihr immer außerordentlich wichtig. In solchen Konzerten bekommt sie am ehesten das zurück, was sie ihren Anhängern mit ihrer Musik, mit ihren Liedern über viele Jahre gegeben hat. Danke Vroni
Norbert Obbarius

Hallo Veronika ! Hab´ ganz lieben Dank für Deine neue CD „Zeitreise“ . Die vertrauten Lieder in einem sehr schönen , modernem und zeitlosem Gewand . Es ist Dir und Deinem Team hervorragend gelungen . Die Aufnahmen bringen Deine Stimme , meiner Meinung nach , noch besser zur Geltung , als im Original . Du hast es wieder einmal verstanden , Deinem Publikum Etwas zu schenken , was Dich über die Jahre mehr und mehr auszeichnet , Originalität ! Du transportierst in Deiner Musik , was das Leben ausmacht . Du hast diese Lebenserfahrungen , die Höhen und Tiefen , die Erfolge und Niederlagen , beruflich wie privat , erlebt . Bist mit Deiner Musik gewachsen , immer besser geworden ! Gerne hätte ich Dir mal wieder eine schöne Fernsehproduktion gewünscht . 2001 drehte der MDR eine Solche . Die Kulisse vor Prora/Rügen , die Gespräche mit Deinem Sohn Benjamin , Gisela Steineckert , die Tanzsolo´s von Tom Winter , und Dein Gesang dazu . In meinen Augen passte Alles sehr gut zusammen , eine schöne Produktion ! Liebe Veronika , Deinem neuen Projekt viel Erfolg , auch der anstehenden Tournee . Bleib´ als Mensch , wie als Künstler , Deinem Anspruch treu . Das zeichnet Dich aus , und das schätze ich als langjähriger Fan, sehr an Dir ! Ganz herzliche Grüße Jens Fernow / Osnabrück